Das Theaterspiel mit Laienkräften hat in Thaur alte Tradition. Im Museum Ferdinandeum befinden sich vergilbte Urkunden, aus denen hervorgeht, dass in Thaur schon Ende des 17. bis Mitte des 18. Jahrhunderts sogenannte Mysterienspiele aufgeführt wurden.

Einen weiteren Beweis liefert ein guterhaltener Teil eines Plakates, das anläßlich der Restaurierung der Vigilkirche in Thaur zum Vorschein kam. s wurden auf der Rückseite eines Gemäldes entdeckt, versehen mit der Jahreszahl 1828 "Adelheid von Wülfingen" oder "Die triumphierende Tugend", ein großes, noch nie gesehenes Ritterschauspiel mit Arien und Chören in vier Akten stand damals auf dem Programm.

Der Dorfplatz zwischen dem alten Ferwehrhaus und dem "Alten Gericht" wird im Volksmund heute noch "Spieltennen" genannt, was darauf hinweist, daß auf diesem Platz auch Theater gespielt wurde. Nach Gründung des Burschenvereins Anfang der zwanziger Jahre kam das Volksschauspiel wieder zu neuer Blüte; in diese Zeit fällt auch der Bau des Burschenvereinshauses, das nach dem zweiten Weltkrieg für Wohnungen umgebaut wurde. Ab dem Jahr 1925 haben in diesem Haus Mitglieder des Katholischen Arbeitervereins Theater gespielt. Ungefähr fünf Jahre später bildete sich eine eigene Theatergruppe, die aufgrund der Kriegswirren zerfiel, nach Ende des Krieges aber neu aufgebaut wurde.

Die Spielgruppe benützte den Saal im Gasthof "Giner" - jetzt Gasthof "Purner" - und wagte sich auch an die Aufführungen von Singspielen und Operetten. 1957 wurde dieser Saal umgebaut und die Bühne abgebrochen, womit das Theaterspiel in Thaur ein vorläufiges Ende fand. Im Herbst 1977 hat die Gemeinde Thaur mit dem Umbau des alten Gerichtsgebäudes zu einem Mehrzweckgebäude begonnen und Ende 1979 wurde dieses fertiggestellt. In diesem Haus befindet sich auch ein Saal mit Bühne, weshalb man an die Weiterbelebung des Theaterspieles denken konnte.

Am 31. Mai 1979 wurde der Theatervein Thaur unter dem Obmann Ing. Josef Giner wieder gegründet und am 21. Juni 1980 stellte er sich mit einem Einakter "Warum - Darum" im Ramen eines Unterhaltungsabends zum erstenmal wieder dem Publikum vor.

1. Besetzung: Giner Romed, Huemer Thomas, Kelmer Romed, Plank Lore, Rief Karl, Rogg Monika, Schlögl Gabi, Waldner Heribert

2. Besetzung: Bachor Reiner, Essl Bruno, Frech Christine, Huemer Ingrid, Mair Lamprecht, Niederhauser Annemarie, Posch Franz

Spielleitung: Dr. Pernlochner Franz

Inzwischen umfaßt der Verein 293 Mitglieder (Stand Mai 2017), davon zirka  69 aktive Schauspieler. Seit der Neugründung 1979 hat der Theaterverein bereits ein umfangreiches Programm mit 81 Produktionen und 340 Vorstellungen abgewickelt (Stand Mai 2017). Einakter, Märchen, Weihnachtsspiele, Lustspiele, Schwänke, Komödien und ernste Stücke wurden dem Theaterbesucher geboten. Speziell die Thaurer Schlossspiele haben sich als kulturelles Highlight in der Region Hall entwickelt.

Der Theaterverein Thaur hat seit dem Bestehen der Thaurer Schlossspiele (2001) immer auf Theater Klassiker gesetzt und dadurch bereits über ca. 21.000 Besucher angezogen!

2001/2002 - "Jedermann" von Hugo von Hofmannsthal
2003/2004 - "Das Mädl aus der Vorstadt" Posse von Nestroy
2005/2006 - "Faust - Der Tragödie erster Teil" von Johann Wolfgang von Goethe
2007 - Spielpause
2008/2009 - "Der Talisman" - Posse von Nestroy
2009 - "Andre Hofer" von Franz Kranewitter
2010 - "Mein Ungeheuer" von Felix Mitterer
2011 - "Der Traum einer Sommernacht" von Ekkehard Schönwiese nach William Shakespeare
2013 - "Der Held aus dem Westen"
2015 - "Die Brandnerin"
2017 - "Die Geierwally"